Wettbewerb „Stadtmuseum Kassel“


Aufgrund der engen Baugrenzen wird eine Erweiterung durch Aufstockung und durch Überbauung der Hoffläche vorgenommen. Die heterogene Bebauung des nord-westlichen Ständeplatzes und die unmittelbar angrenzende Nachbarschaft lässt ein viertes Geschoß als verträglich erscheinen – zumal die Gesamtproportion des Baukörpers harmonisch bleibt. Das nach außen markante vierte Geschoß besitzt eine eigenständige Formensprache, die die Lebendigkeit und Vielfältigkeit des Museums widerspiegelt. Der vorhandene Baukörper ist eine Mischung unterschiedlicher Stile und Epochen. Nur wenig ist vom Ursprungsbau erhalten geblieben.
Die historischen Fassaden geben wenig über das Ziel eines lebendigen Museums – für die aufzuklärende und aufgeklärte Bürgerschaft und für eine Vielzahl von Besuchern darzustellen – wider. Das neue Obergeschoß und die Dreiecksform der Erweiterung tragen mit seinem umlaufenden Rhythmus und seiner Dynamik dazu bei.
Die heterogene Hofgestaltung mit seiner Verkehrsanlage lässt kaum eine Orientierung zum Hof zu. Es besteht die Vision einer neuen ’Hofordnung’, unter Einbeziehung der Erweiterung des Museums zu einem kompletten Kubus. Die Anzahl der vorhandenen Stellplätze und Garagen können hierbei nachgewiesen werden.
Die Ebene 4 besitzt überwiegend eine transparente bzw. transluzente Fassade. In diesem Geschoß können mehrere Räume mit Hilfe von Schiebeelementen geöffnet und mit der Terrasse verbunden werden (Blick über den Ständeplatz).
Die meisten Bauteile der vorhandenen statischen Baukonstruktion bleiben erhalten und wer-den in die Konzeption eingebunden. So wird z. B. der ’Eingangskubus’ mit seiner 50er-Jahre-Treppe beibehalten, daneben entsteht eine neue, geschwungene Treppe mit komfortablerem Steigungsverhältnis und Türen mit geeigneten Fluchtwegöffnungen. So wird z. B. die statische Abtragung der Lasten größtenteils übernommen und daraus ein neues Raumgefüge entworfen. Hierbei wird die Außenwand zur Innenwand (Hofseite).
Ausstellungen:
Das Museum besteht im Präsentationsbereich aus drei Grundelementen:

  • der Kernbereich am Ständeplatz, der einfach in kleinere Raumeinheiten zu gliedern ist,
  • der Galerie im Gebäudeflügel an der Wilhelmstraße, die für Wandhängungen bzw. Vitrinen prädestiniert ist und
  • dem neu entworfenen Dreiecksbau, der sich als offene Galerie mit vielfältigen Lichtbeziehungen darstellt.

Die drei Primärelemente sind als ’Rundlauf’ konzipiert. Ein Besucher kann in einer einfachen Spiralbewegung den Präsentationsbereich erfahren.
Alle Elemente liegen übereinander und sind einfach und nachvollziehbar erschlossen. Die offene Fassade mit den Mauerscheiben kann auch bei Bedarf verglast und damit klimatisch abgeschlossen werden. Die attraktive Gebäudeecke, mit Sichtbeziehung zum Ständeplatz und in die Wilhelmstraße hinein, kann als Sonderausstellungsfläche oder Empfangsbereich (3.OG) genutzt werden.
Brandschutz
Es werden 2 unabhängige bauliche Rettungswege angeboten. Die Brandabschnitte werden zum Teil durch feuerbeständige Glaselemente hergestellt. In der Brandwand vor Stellplatz-anlagen werden brandtechnisch feuerbeständige Lichtelemente eingebaut, das Oberlicht in der Ebene 4 erhält einen Brandabstand zur Nachbargrenze, auch eine angemessene Licht-filterung und Lichtlenkung.
Energietechnik
Die neuen Bauteile werden mit einem aktuellen bauteilbezogenen Wärmeschutz ausgestattet. Verglasungen erhalten einen angemessenen UV-Filter und Reflektionsfähigkeiten. Vor den massiven Wandteilen wird zum Teil eine transluszierende Glasschicht in Form eines Wärmekollektors durchgeführt.

Grundrisse hier

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Realisierungswettbewerb „Stadtmuseum Kassel“
Sanierung / Umbau / Erweiterung
In Zusammenarbeit mit Holger Möller BAS
Oktober 2009

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